Der HSV und der Traum von einer Spitzenmannschaft

Er hat es tatsächlich gesagt. Mirko Slomka beginnt sein Engagement beim Hamburger SV fast mit den identischen Worten wie einst sein Vorgänger Bert van Marwijk. „Der HSV gehört eigentlich unter die Top 5 der Bundesliga“, so die Aussage von Slomka bei seiner Vorstellung vor der Presse.

Vergleichbares hatte auch van Mawijk geäußert, bevor er mit dem Dino der Liga durch 4 Niederlagen in Folge nach der Winterpause in akute Abstiegsgefahr geschlittert war. Anspruch und Wirklichkeit gehen wieder einmal weit auseinander. Nun muss Slomka zeigen, ob er den Vorletzten der Bundesliga wieder aus dem Schlamassel ziehen kann.

Das der Hamburger SV mit seinem Einzugsgebiet, seinem wirtschaftlichen Umfeld und seiner Tradition zu den Top 5 der Liga gehören müsste, das ist unumstritten. Jedoch ist der Verein seit Jahren auf der Suche nach einer Stabilität, die den Kampf um die Europa League wieder möglich machen könnten. Doch die eigens geschaffenen Strukturen sorgen immer wieder für Aufruhr, obwohl weder Aufsichtsrat noch Vorstand auf dem Platz stehen. Doch es scheint an den Spielern nicht spurlos vorbeizugehen, was im Hintergrund vonstatten geht.

Es herrscht Unruhe in allen Bereichen des Vereins. Immer wieder werden vertrauliche Informationen über die lokale Presse verbreitet, müssen Beteiligte und Unbeteiligte ihre Meinungen und Ansichten über die Medien verbreiten. Die Hamburger Lokalpresse freut das. BILD, mopo und Abendblatt können mit dem Chaosclub täglich Seiten füllen, dies wiederum lässt den Verein nicht zu Ruhe kommen. Und falls bei den Verantwortlichen mal keine Geschichte zu finden ist, dann sorgen van der Vaart und seine Kollegen mit privaten Einblicken wie selbstverständlich für Aufsehen.

Und die Fans? Sie sind sauer. Sauer auf die Entscheider, die sie zum Teil aber selbst in die entsprechenden Positionen gewählt haben. Aus Entsetzen und Hilflosigkeit wird Frust. Dieser entlädt sich auf die Mannschaft, so wurde diese beim Verlassen des Stadions gehindert und angegangen. Denn – was auch immer im Hintergrund im Verein passiert – nur die Mannschaft und der Trainer können den Klassenerhalt erreichen. Dafür sind dringend Siege notwendig, die Situation hat sich durch die Niederlage bei Schlusslicht Eintracht Braunschweig keinesfalls verbessert. Sonst wird es dunkel für den Dino, die bekanntermaßen einzige Mannschaft der Liga, die alle Saisons seit 1963/64 erstklassig war.

Nun liegt es also an Slomka, seine Jungs zu motivieren und zu Einsatz und Höchstleistung zu motivieren. Ob das bereits in Dortmund möglich ist, oder erst in den folgenden Spielen, zum Beispiel beim Nordderby gegen die ebenfalls im Abstiegskampf steckenden Bremer. Jeder Fan kann sich selbst ein Bild machen und dem HSV die Daumen drücken. Langfristig ist es jedoch wichtig, dass die Hamburger ihre Strukturen in den Griff bekommen. Denn nur so kann die Mannschaft sich auf die Spiele konzentrieren und dann kann die Stadionuhr auch im nächsten Jahr den Ligaverbleib in der Bundesliga anzeigen. Und dann werden sicher auch bald die Träume von Platz 5 wahr werden.

 

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